Die ganze Unbefangenheit dieser Zeit, die vor der psychiatrischen Verwaltung und Etikettierung der Lüste liegt, kommt in diesem einzigartigen Dokument zum Ausdruck (Tilman Krause, Frankfurter Allgemeine). PUBCOMMENTS: Bei dem anonymen Autor dieses Textes handelt es sich um einen italienischen Adeligen, der Emile Zola seinen Selbstbericht als Grundlage für literarische Verarbeitung übersandte - ein Vorschlag, den Zola leider nicht aufgriff. Der Autor beschreibt in narzißtischer Verzückung die Schönheit seines Körpers, und berichtet von seinen sexuellen Erlebnissen mit einem so unbefangenen Tonfall, wie er nur möglich ist, bevor pornografische Darstellungen in Umlauf kommen. Die Dramaturgie der Schilderung der sexuellen Entwicklung ist so raffiniert, ihr Höhepunkt in der triumphierenden Beschreibung des ersten Analverkehrs so brillant komponiert, daß mir Zweifel an der authentisch-autobiografischen Natur des Textes begründet erscheinen - was dem Text jedoch keinen Abbruch tut.
Emile Zola
Dieses Dokument hat einen tiefen Eindruck auf mich gemacht. Seine absolute Aufrichtigkeit rührte mich; man fühlt in ihm die Glut, fast möchte ich sagen die Beredsamkeit der Wahrheit.
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