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Startseite » Katalog » Romane & Erzählungen » » Der Schimmelreiter von Theodor Storm
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Der Schimmelreiter von Theodor Storm ist zugleich Gespenstersage und die Tragödie eines Genies. Der Widerstreit zwischen Aberglaube und Rationalität, zwischen Tradition und Fortschritt ist das Thema dieser Novelle.
Inhalt:
Hauke Haien ist ein begabter Autodidakt. Schon als Kind keimt in ihm der Gedanke, eines Tages einen neuartigen, flacheren Deich zu bauen, der dem Meer besser trotzen kann. Seine intellektuelle Überlegenheit hat indes eine Schattenseite: Hauke bleibt Außenseiter und wird gemieden. Er wird Kleinknecht des Deichgrafen und übernimmt das Amt schließlich selbst, als er die Tochter des verstorbenen Vorgängers heiratet. Nun endlich kann er sich seinen Lebenstraum erfüllen, den Neubau des Deichs. Mit dem ehrgeizigen Projekt wächst bei den Dörflern der Aberglaube. Nachts sehen sie auf einer Hallig einen gespenstischen Schimmel. Als Hauke eines Tages ein weißes Pferd erwirbt, verschwindet das nächtliche Phantom mit einem Mal. Von nun an sehen die Dörfler in Ross und Reiter die Verkörperung des Dämonischen. Als der Deich fertig gestellt wird, glaubt sich Hauke in seinem Werk verewigt. Doch er muss feststellen, dass der Rest des verbliebenen alten Deichs von Mäusen unterhöhlt ist. Er erkennt die Gefahr, handelt aber nicht, da er sich scheut, die Dorfgemeinschaft erneut zur Arbeit heranzuziehen. In einer stürmischen Nacht bricht der Deich genau an dieser Stelle. Alle Versuche, die Katastrophe zu verhindern, scheitern. Als Hauke mit ansehen muss, wie seine Frau und sein Kind in den Fluten untergehen, stürzt auch er sich samt Schimmel ins tosende Wasser. Was von ihm bleibt, ist der Deich – Wahrzeichen seines Genies und des Fortschritts – und sein Fortleben als gespenstischer Schimmelreiter im volkstümlichen Aberglauben. Aufbau: Der Schimmelreiter ist Storms komplexeste Erzählung. Er wendet hier nicht die für die Novelle übliche einfache Rahmenerzählung an, sondern verschachtelt sie gleich mehrmals. So treten insgesamt drei Erzähler auf. Der erste ist der Dichter selbst, der seine Quelle – Pappes Hamburger Lesefrüchte – benennt. Der zweite Erzähler ist der Urheber jenes Berichts, den der Dichter gelesen hatte. Auf seinem Ritt über den Deich war er einem unheimlichen Reiter begegnet. Von einem alten Schulmeister, dem dritten Erzähler, hatte er die Geschichte des Schimmelreiters erfahren. Während dieser für den Lehrer nicht mehr als eine abergläubische Sage ist, sind die Dorfbewohner nach wie vor von seiner gespenstischen Existenz überzeugt. Durch die Rahmentechnik bleibt die Wahrheit indifferent. Der Augenzeuge will das Gehörte erst überschlafen und der Dichter schaltet sich gar nicht mehr ein. So kann sich der Leser für die eine oder andere Position entscheiden.

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