Zur gleichen Zeit, als Oswald Sprengler den Untergang des Abendlandes« beschrieb, Ernst Bloch den »Geist der Utopie« beschwor, verfaßte der junge Georg Lukács »in einer Stimmung der permanenten Verzweiflung über den Weltzustand« dieses geschichtsphilosophische und ästhetische Werk. Er zeichnet ein weites Panorama der großen epischen Formen in ihren ästhetischen wie historischen Bedingtheiten und entwirft eine Typologie der modernen Romanform. Während er selbst sich später von diesem Werk als Relikt seiner vormarxistischen Zeit distanzierte, galt es in den Geisteswissenschaften der zwanziger Jahre als bahnbrechend, wurde von den 68ern wiederentdeckt und ist heute zum »Klassiker« avanciert.
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